von Benjamin Franz-
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„Manege frei“ in St. Gunther

Montagnachmittag, das Schulgebäu- de im Chamer Osten scheint verwaist zu sein, trotzdem strömen mehr und mehr Besucher auf das Gelände der Bildungsstätte. Ein Seelöwe, ein Ti- ger und andere Wildtiere, von den Schülern auf Pappschilder gemalt, weisen den Weg am Schulgebäude vorbei in den Garten der weitläufigen Anlage. „Ein Zirkus gastiert hier!“, heißt es und tatsächlich, der tier- ische Pfad endet am Eingang der Ma- nege. Unter großen Sonnenschirmen, die sich über Stühle und Bänke um das Zirkusrund reihen, herrscht aufge- regtes Treiben.Videokameras und Fo-

 
         

toapparate werden da erwartungsfroh in Stellung gebracht. Oma und Opas, Mama und Papas lassen sch von kleinen Kinderhänden zu den Sitz- plätzen dirigieren. Maiskörner, knal- len lautstark zu leckerem Popcorn und verschwinden hektisch in Papier- tüten. „Schnell, es geht gleich los!“

„Herzlich Willkommen in St. Gun- ther“, begrüßt Tagesstättenleiterin Katrin Kraus die Eltern und Besuch- er. „Unsere, ihre Kinder haben einiges vorbereitet, lassen sie sich verzau- bern“. Ein Herr mit schwarzem Anzug und Zylinder betritt die Manege, An- dreas Dirscherl, in der Schulverwalt- ung beschäftigt, avanciert zum Zir- kusdirektor und führt durchs Pro- gramm.

Schon stürmen Cowboys „Wilde Rei- ter“ durch das Manegentor und präs- entieren dem Publikum Reitkunst aus Übersee. Einige der ungestümen Pferdchen müssen gar von Helfern geschoben werden, doch alle Kinder sitzen fest im Sattel. Eine Attraktion jagt die Nächste. Eine Herde Elefant- en marschiert ein. Gemächlich zieh- en die grauen Dickhäuter mit großen Ohren und langem Rüssel am Pub- likum vorbei. Dann die mit Spannung erwartete Raubtiernummer. Therapeut Sascha Ginhart, nur mit einer Peitsch bewaffnet wird zum mutigen Domp-

 
teur. Löwen, Tiger, ja sogar ein Ele- fant und eine Giraffe, zeigen beein- druckende Kunststückchen. Die Zu- schauer sind begeistert. Trommel- wirbel, eine Raubkatze läuft nervös eine schmalen Planke entlang, die gefährlichen Reißzähne blitzen her- vor, endrucksvoll zeigt das Raubtier immer wieder seine Krallen.

Dann schließlich springt der Tiger durch den Reifen, was den Akteuren viel Applaus einbringt. Ein Gong- schlag kündigt das fernöstliche Kampf-Kunst-Spektakel „Kung Fu Panda“ an. Kleine Karatemeister marschieren da auf und zeigen, was sonst nur im Kino zu sehen ist. Eva Hörmann, die in ihrer Freizeit tat- sächlich Karateunterricht erteilt, hat aus den St. Gunther Schülern eine schlagkräftige Truppe geformt. Wie gefährlich die Schüler mittlerweile sind, zeigt ein Showkampf mit Basti- an, dem Meister der „Tigerkralle“, der schafft es ganz leicht „Karate-Eva“ auf Kreuz zu legen.

„Was wäre ein Zirkus ohne Clowns?“ Immer mit einem Lachen im Gesicht, bunt zurechtgemacht und mit allerlei Musikinstrumenten bewaffnet, sorg- ten die lustigen Gesellen, für heitere Stimmung. Grazile Seiltänzerinnen, fetzige Rockmäuse, eine im Fußball- dress gewandete Polonäse (der Zir-

 

kustausendfüssler) und ein leibhaft- iger Popstar machten den Zirkus- nachmittag in St. Gunther zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Etwa 100 Kinder und 40 Mitarbeiter, Lehrer und Therapeuten haben am der Ausgestaltung mitgewirkt. Der Elternbeirat engagierte sich, versorgte die Gäste mit Kaffee, Popkorn, Ge- tränke und heißen Würstchen. Tag- esstättennachmittage gibt es öfter in St.Gunther und bieten eine Möglich- keit für Eltern, sich über die Aktivi- täten an der Bildungsstätte zu inform- ieren. „Offenheit und Herzlichkeit der Kinder macht das Arbeiten schön.“ sagt Tagesstättenleiterin Katrin Kraus und ist stolz auf die gesamte Zirku- struppe.